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Preisträger 11

Wiederaufbau Neues Museum, Museumsinsel Berlin (David Chipperfield Architects in Zusammenarbeit mit Julian Harrap, Berlin)
Copyright: Stiftung Preußischer Kulturbesitz / David Chipperfield Architects

Zur architektonischen Qualität des Wiederaufbaus des Neuen Museums ist bereits viel gesagt und geschrieben worden. Diese Jury möchte sich daher auf die Bedeutung der Verwendung des Materials Beton konzentrieren.

Warum nur entschieden sich die Architekten für Beton als bestimmendes Material für die Gestaltung der neuen Bauelemente: Treppen, Fußböden, Wände, Decken und Vitrinen inmitten der vielfältigen, charaktervollen, imposanten oder auch rudimentären Reste des historischen Gebäudes? Vielleicht, weil nur Beton mit seiner Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der Lage schien, dieser Vielfältigkeit eine zeitgemäße Antwort zu geben. Dieses ist überzeugend gelungen. Das Neue Museum ist heute wieder ebenso neu und in seiner Haltung modern, wie es das bereits zu seiner Ersteröffnung 1855war. Erneut besticht es durch eine Einheit die aus alten Versatzstücken und Neugebautem entsteht. Damals wie heute durchdringen sich museale Ausstellungsstücke und Architektur. Sensibilität prägt spürbar das Haus. Das Neue Museum ist durch seinen Wiederaufbau noch reicher geworden – reicher an gebauten Erinnerungen und reizvollen Interpretationsmöglichkeiten. Dass dies so scheinbar mühelos gelingt, liegt auch an der überwiegenden Verwendung eines einheitlichen Materials für alles Neue. In Beton gegossen finden sich abstrahierte Erinnerungen und werden lesbar. Der Einsatz des Betons ist gestalterisch und technologisch voller Innovationsfreude, Kreativität und Souveränität. Das betrifft die grundsätzliche Haltung und die Detaillierung gleichermaßen. Die erreichte Präzision in der Ausführung beeindruckt nachhaltig.

Im Neuen Museum in Berlin ist Beton „neu“ und zukunftsweisend in seine schönste Form gebracht worden.

Begründung der Jury des Architekturpreises Beton 2011

Aus dem Wettbewerbs-Archiv

1977: Fußgängerunterführung "Kühler Krug" in Karlsruhe; M. Walter
1993: Werk der Firma B. Braun, Melsungen; J. Stirling, M. Wilford, mit W. Nägeli
2003: Ausbau der Marienkirche zur Konzerthalle, Neubrandenburg; Pekka Salminen Architects

1995: Verwaltungsgebäude der H. Kirchner GmbH & Co.KG, Bad Hersfeld/Hessen; F.Heide, R. Reitermann

1979: Sportforum II der Christian-Albrechts-Universität, Kiel; von Gerkan - Marg + Partner mit K. Nickels
1991: Postamt 3, Köln; Prof. Joachim Schürmann mit Margot Schürmann

1993: Architektur-Skulptur zum Wohnen und Arbeiten, Breisach; Prof. Thomas Spiegelhalter

2008: Zollverein School of Managment und Design, Essen; SANAA: Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa
1997: Halle für Lager und Verkauf, Eichstätt; Hild & Kaltwasser

1983: Urwaldhaus im Zoo Hannover; Harald Leonhardt, Edgar Schirmer, Siegfried Meyer
2005: Museum der Bildenden Künste, Leipzig; Hufnagel Pütz Rafaelian Architekten

1999: Glacisbrücke, Ingolstadt; Schlaich, Bergermann und Partner GbR

1993: Franziskushaus, Wohn- und Pflegeeinrichtung für Aidskranke, Frankfurt; Prof. Hans Wächter

2001: Aussegnungshalle, München-Riem; Andreas Meck, Stephan Köppel

2008: Stadtbahnstation Rathaus-Süd, Bochum; Pahl + Weber-Pahl Architekten BDA

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