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Preisträger 20

Kreativwirtschaftszentrum Mannheim (hartwig schneider architekten, Stuttgart)
Foto: Christian Richters

Das hartnäckige Vorurteil, dass Beton per se grau, kalt und abweisend wirke, wird durch das Gebäudeensemble am Mannheimer Neckarhafen schlagend widerlegt. Am neuen Zentrum für Startups der Kreativbranche und dem zugehörigen Galeriegebäude zeigt sich vielmehr die enorme Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Materials. In dem von industriellen Backsteinbauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägten Umfeld nimmt der durchgefärbte, ziegelrote Ortbeton mit seiner rauen Bretterschalung den Charakter des historischen Bestands auf. Sowohl in der muskulösen Skelettstruktur des Geschäftshauses als auch dem weitgehend geschlossenen Körper der Galerie spiegelt sich andeutungsweise das Formenrepertoire der benachbarten Mühlen- und Speichergebäude wieder, ohne dass diese schlicht kopiert werden. Die Neubauten geben ihre Entstehungszeit, im Gegenteil, klar zu erkennen, stehen mit ihrer einfachen, robusten Stahlbetonkonstruktion aber auch in der Tradition klassischer Industriearchitektur. Die Architekten haben im besten Sinne weitergebaut: Weder haben sie den Kontrast zwischen gestern und heute einzuebnen versucht, noch daraus das beherrschende Thema ihres Entwurfs gemacht. Alt und neu verflechten sich zu einer ortsbezogenen Uferbebauung, die dem Stadtteil sein unverwechselbares Gesicht gibt.

Das Kreativzentrum gehört zu einem Sanierungsprogramm, mit dem die Stadt Mannheim den sozialen Brennpunkt Jungbusch aufwerten will. Hervorzuheben sind neben den architektonischen darum auch die städtebaulichen Vorzüge des Entwurfs: Gestalterisch sind Geschäftshaus und Galerie zwar als Einheit behandelt, funktional und baulich aber getrennt, so dass die durchlässige Bebauungsweise der Hafenstraße erhalten blieb. Der neu entstandene öffentliche Platz zwischen den Neubauten, der sich jenseits der Uferpromenade als Steg über den Neckar fortsetzt, trägt mit dem Café, den Läden, Werkstätten und Showrooms in den Erdgeschosszonen zur Belebung des Quartiers insgesamt bei.

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