Preisträger 2014

 

Tour Total, Berlin

Foto: Corinne Rose

Architekten: Barkow Leibinger, Berlin
Bauherr: CA Immo Deutschland GmbH
Fertigstellung: September 2012

Jurybegründung: Der "Tour Total" bildet an seiner städtebaulich exponierten Position einen prägnanten und überzeugenden Baustein des neu zu entwickelnden Stadtquartiers "Europacity" am Berliner Hauptbahnhof. Entgegen dem in den letzten Jahren bei Hochhausbauten zu beobachtenden Trend, durch die Auflösung baukörperlicher Formen Dynamik zu erzeugen, erreicht der knapp 70 Meter hohe Verwaltungsbau dieses Ziel in erster Linie durch eine raffinierte Fassadengestaltung; seine einer funktionalen inneren Organisation folgende Kubatur bleibt in ihrer Form klar und geschlossen. Die spezifische Wirkung und besondere Qualität des Gebäudes entwickelt sich aus dem architektonischen Detail heraus: Seine plastisch ausgebildete Fassade aus hellen, vor die tragende Wandkonstruktion vorgehängten Beton-Fertigteilen überzieht den Baukörper mit einem bewegten Linienverlauf, der die Strenge des tragenden Rasters auflöst und dem Haus eine starke Identität in Nah- und Fernwirkung verleiht. Dieses komplexe Fassadenbild entsteht durch ein einfaches, asymmetrisches Grundmodul in T-Form, das in einer geschickten Anordnung leicht variiert, gespiegelt und seitlich versetzt zum Einsatz kommt und eine überraschende Vielfalt und Dynamik erzeugt. Je nach Wetter, Jahres- und Tageszeit zeichnet der wechselnde Lichteinfall so ganz unterschiedliche Bilder auf die Fassade. Als besonders beispielhaft würdigt die Jury den Ansatz, über Vorfertigung der Fassadenelemente handwerkliche Präzision und einen hohen Qualitätsstandard zu sichern und gleichzeitig durch den klugen Umgang mit den seriellen Elementen eine beeindruckende gestalterische Varianz zu erzielen.Es bleibt zu hoffen, dass die architektonische Qualität des Gebäudes impulsgebend auf das gesamte in den nächsten Jahren entstehende Quartier ausstrahlen wird.


TU Chemnitz, Umbau des Adolf Ferdinand Weinhold Bau, Chemnitz

Foto: Werner Huthmacher

Architekten: Burger Rudacs Architekten, München
Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Chemnitz
Fertigstellung: 2013

Jurybegründung: Mit seinen schwer aufeinander lagernden, plastisch ausgebildeten Betonkörpern wirkt das Instituts- und Forschungsgebäude der TU Chemnitz fast wie ein Neubau. Dabei stammt der Hauptbaukörper - eine ca. 170 m lange, markante Scheibe - aus dem Jahr 1970. Er wurde beim Umbau durch Burger Rudacs Architekten bis auf die Stahlskelettkonstruktion rückgebaut und um zwei Geschosse reduziert. An der Stirnseite des Bestandsbaus schließt ein neues Hörsaalgebäude an und bildet das Entree und neue Gesicht zum Campus. Durch ebenfalls neu errichtete Fluchttreppenhäuser an beiden Enden des Bestandsriegels gelingt die tektonisch stimmige Zusammenfügung der einzelnen Baukörper zu einem monumentalen, harmonisch proportionierten Ensemble. Großformatige, vorgefertigte Sichtbeton-Sandwichelemente in verschiedenen Grautönen lassen Alt- und Neubauten skulptural und wie aus einem Guss erscheinen. Dabei bilden die unterschiedlich ausgebildeten neuen Fassaden des Bestandsbaus dessen asymmetrische innere Struktur mit nach Süden orientierten Büroräumen und nach Norden angeordneten, tieferen Labor- und Seminarräumen ab. In der Höhe verspringende Fensterbänder auf der Südseite und unterschiedlich breite Fensterformate im Wechsel mit betongrauen, perforierten Blechpaneelen zur Verblendung der Lüftungsflügel auf der Nordseite brechen die Strenge des bestehenden Konstruktionsrasters auf und lassen die Ansichten flächiger erscheinen. Durch die farblich abgestimmten unterschiedlichen Materialien entsteht je nach Lichteinfall ein changierendes Lichtspiel. An den Stirnseiten wird die individuell reagierende Fassadengestaltung elegant wieder miteinander verwoben.
Die Jury sieht in dem Um- und Erweiterungsbau ein äußerst gelungenes Beispiel für die energetische und gestalterische Revitalisierung großmaßstäblicher Bauten der Nachkriegsmoderne, die einen erheblichen Teil unseres Baubestandes ausmachen. Das Projekt stellt nicht Alt und Neu nebeneinander, sondern steht für ein Weiterbauen dieser architektonischen und städtebaulichen Sprache, die trotz gestalterischer Überformung in ihrer Klarheit und Kraft noch deutlich spürbar ist.


Grundschule am Arnulfpark, München

Foto: Florian Holzherr

Architekten: Hess Talhof Kusmierz Architekten und Stadtplaner BDA, München
Bauherrin: Landeshauptstadt München, Baureferat und Referat für Bildung und Sport
Fertigstellung: Juli 2012

Jurybegründung: Charakteristisch für die dreizügige Grundschule mit Tagesheim und Sporthalle ist ihre besondere baukörperliche Struktur, die auf einem eigens für diese Schule entwickelten Organisationsprinzip beruht. Es sieht im Erdgeschoss einen Gemeinschaftsbereich mit Pausenhalle, Mehrzweckraum, Küche, Musik- und Werkräumen vor, während das Gebäudevolumen im Obergeschoss in individuelle Bereiche - sogenannte Lernhäuser - für vier jahrgangsübergreifende Lerngruppen aufgelöst ist. Diese überschaubaren Einheiten mit je drei Klassenräumen und ein bis zwei Tagesheimräumen sowie ein Verwaltungs- und Lehrerbereich im Kopf des Gebäudes sind durch großzügige Dachterrassen voneinander getrennt, die über Freitreppen mit dem Pausenhof im Norden und über einen offenen Laubengang im Süden untereinander verbunden sind. Je ein Luftraum mit Treppe führt außerdem im Innern in den zentralen Erschließungsgang im Erdgeschoss. Hier entsteht durch einen tiefen Rücksprung der Fassade eine überdachte Freifläche, die die 50m-Laufbahn aufnimmt und den Schülern auch an Regentagen Pausen an der frischen Luft ermöglicht.
Diese außergewöhnliche Baukörper- und Erschließungsstruktur bildet zum einen eine Art kleine Stadtstruktur, die sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss eine sehr gute Verzahnung mit dem Freiraum schafft. Zum anderen ist sie für die Kinder leicht lesbar und in hohem Maße identitätsstiftend.
Auch die atmosphärisch warme, reduzierte Materialität des Gebäudes, die sich sowohl außen als auch innen konsequent auf sorgfältig geplante und ausgeführte Sichtbeton- und Holzoberflächen beschränkt, bewertet die Jury als authentisch, angemessen und zum Gebrauch einladend. Starke Farbakzente und eine gut gestaltete Lichtführung vervollständigen das Bild eines rundum gelungenen Lern- und Wohlfühlortes.


Haus über der Gasse, Passau

Foto: Architekten

Architekten: Koeberl Doeringer Architekten BDA, Passau
Bauherr: Meierhofer Gbr
Fertigstellung: 2011

Jurybegründung: Das „Haus über der Gasse“ in der denkmalgeschützten Passauer Innenstadt wurde im 17. Jahrhundert als Erweiterung des Nachbarhauses auf einer Gasse gebaut, sodass ein Ensemble aus zwei giebelständigen Gebäuden mit Halbwalmdach entstand. Im Zuge der denkmalgerechten Sanierung wurden die beiden Häuser innenräumlich voneinander getrennt und durch unterschiedliche Dach- und Fassadengestaltungen als eigenständige Baukörper lesbar gemacht. So erhielt das größere Haus einen zurückhaltenden, hellgrauen Außenputz und eine traditionelle rote Dachdeckung, während das schmale „Haus über der Gasse“ mit neuen Materialien moderner und eigenständiger in Erscheinung tritt: Trotz denkmalrechtlicher Auflagen, durfte seine nun kerngedämmte Südfassade durch eine Vorsatzschale aus Sichtbeton und einen prägnanten, verglasten Erker ergänzt werden. Das Dach erhielt eine Blechdeckung. Die Jury hebt besonders die Gestaltung der neuen Betonfassade hervor, die samt Laibungen für die neuen, eigenwillig proportionierten und platzierten Öffnungen über die volle Höhe betoniert wurde und durch ihre unregelmäßige Struktur von gegeneinander versetzten, vertikalen Schalungsbrettern handwerklich und rau wirkt. So wird mit dem im altstädtischen Kontext unerwarteten Baustoff Beton sowohl zeitgemäße Eigenständigkeit wie auch große Angemessenheit und Homogenität erreicht. Dabei wirkt der bewusst unfertige, grobe Charakter des rohen Materials jeder restaurativen Lieblichkeit entgegen. Im Innern des Hauses wurden alle maroden Holzdecken durch Sichtbetondecken ersetzt, auf denen sich - wie auch im neuen Treppenhaus - das Schalungsbild der Fassade fortsetzt und so eine Verbindung von Innen und Außen schafft. Für Einbauten und die Haustüre wurden bereits verwendete Schalungsbretter eingesetzt, was ein spannendes Nebeneinander von Holz- und Betonoberflächen ergibt. Historische Elemente wie Bruchsteinmauerwerk und der alte Dachstuhl wurden freigelegt und schonend gereinigt. Mit KfW60 Standard, einer Pelletsanlage und einem innovativen Wandheizsystem, das durch in den Außenwänden verlegte Kupferrohre ohne sichtbare Heizkörper auskommt, ist die Sanierung auch technisch und energetisch vorbildlich.


Anerkennungen 2014

 

Wohnhaus Saarow Strand, Bad Saarow

Foto: Werner Huthmacher

Architekten: augustinundfrankarchitekten, Berlin
Bauherr: Privat 
Fertigstellung: Juli 2012

Jurybegründung: Das Wochenendhaus am Scharmützelsee im Südosten Berlins liegt auf einem schmalen, langen, zum  See hin abfallenden Grundstück und orientiert sich in seinen Proportionen an der Bebauung der Umgebung. Es besteht einschließlich des Daches aus einer tragenden äußeren Schale aus Stahlbeton, die auf ihren Außenseiten durch in die Schalung eingelegte Leisten profiliert ist. So entsteht eine rau geriffelte Oberflächenstruktur, die leicht Patina ansetzt und an einen urtümlichen, vergrauten Holzschuppen erinnert. Verstärkt wird diese Assoziation durch eine Schrägstellung des Firstes, mit der die Kubatur aus dem Umriss des üblichen Satteldach-Hauses ausbricht und etwas „windschief“ wird. Das auf beiden Längsseiten verglaste und von Sichtbeton-Oberflächen geprägte Erdgeschoss ist frei von tragenden Wänden als großer Einraum gestaltet, durch den der Außenraum hindurchfließt und eine - gemessen an der kleinen Grundfläche des Hauses - ungeheure Großzügigkeit entstehen lässt. Es lässt sich über große Schiebeelemente in der Glasfassade öffnen und gleichzeitig beidseitig durch Rollläden aus Lochblech schließen, was im Sommer eine Ventilation bzw. Aktivierung der Beton-Speichermassen zur Nachtauskühlung ermöglicht. Das Obergeschoss bleibt auf der rückwärtigen Seite völlig geschlossen und öffnet sich zum See hin. Hier werden die Beton-Oberflächen abgelöst durch wohnliche, schatullenartige Innenauskleidungen mit Sperrholzplatten, die durch an der Firstlinie orientierte, schräge Ausbaurichtungen ein bewegtes Raumgefüge schaffen.


Ch39 – Neubau eines Wohnhauses, Berlin-Mitte

Foto: Simon Menges

Architekten: zanderrotharchitekten GmbH, Berlin
Bauherr: Stefan Karl
Fertigstellung: Mai 2014

Jurybegründung: Das Wohnhaus mit tragender Leichtbetonfassade schließt eine klassische Baulücke in einem gründerzeitlich bebauten Block in Berlin-Mitte. Durch die Jury besonders gewürdigt wird die auf faszinierende Weise gelungene Einfügung in den Bestand bei einem gleichzeitig radikal modernen äußeren Erscheinungsbild. Obwohl das Haus bis auf punktuelle Anknüpfungspunkte weder die Proportionen noch die Höhe der angrenzenden Gebäude aufnimmt, gelingt es ihm über seine zurückhaltenden Farbigkeit, seine gut proportionierte Gliederung und die kraftvolle Gestik seiner Fassade, die Nachbargebäude wie eine Klammer zusammenzuhalten. Gleichzeitig setzt es sich durch seine mutige, monolithische Formensprache mit großzügigen, tief in der Fassade sitzenden Öffnungen und die optische Schwere des Materials auch von der Umgebung ab.
Seine gestalterische Qualität gewinnt das Haus aus dem konsequent materialgerechten Umgang mit dem Baustoff Leichtbeton, der als ca. 60cm starke Außenwand Tragwerk, Dämmung und Witterungsschutz in einem bildet. Markante Absätze, die die Fassade geschossweise gliedern und als Zitat gründerzeitlicher Gesimse gelesen werden können, bilden die Betonierabschnitte bzw. den geschossweisen Versatz der Schalung ab. Das Schalbild wurde auf Grundlage der festgelegten Abmessungen einer Systemschalung entwickelt, durch deren Einsatz ein sehr hochwertiger Sichtbeton zu im Wohnungsbau angemessenen Kosten umgesetzt werden konnte.Im Inneren sind die tragenden Bauteile so reduziert, dass sich hinter den breiten Fensterbändern loftartige, durch den unregelmäßigen Zuschnitt des Grundstücks spannungsreiche Räume eröffnen.


Besucherzentrum am Herkules, Kassel

Foto: Jens Achtermann

Architekten: Staab Architekten, Berlin
Bauherrin: Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vertreten durch das Hessische Baumanagement
Fertigstellung: 2011

Jurybegründung: Das Besucherzentrum am Herkulesdenkmal, dem höchsten Punkt im Bergpark Wilhelmshöhe, liegt am Übergang zwischen Grünraum und Parkplatz und gestaltet den Eingang zum Park neu. Der polygonal geformte Baukörper wurde wie ein großer bearbeiteter Findling als landschaftliches Element entwickelt und führt den Besucher, vom Parkplatz kommend, den Hang hinauf Richtung Herkulesfigur, die schon kurz nach dem Eintreten durch ein großes Panoramafenster sichtbar wird. Diese Blickbeziehung begleitet den Besucher beim Gang durch das Haus bis in die obere Ebene, wo sich ein Ausstellungsbereich und der Shop befinden und ein weiteres großes Fenster den Ausblick in das angrenzende Tal eröffnet.
Neben der gelungenen, szenographischen Wege- und Lichtführung würdigt die Jury insbesondere die äußerst sorgfältige und qualitätsvolle Planung und Ausführung der Betonbauteile und -oberflächen des Gebäudes, das als Teil der Topografie innen wie außen aus Sichtbeton besteht. Im Innern dominieren weiche, glatt geschliffene Betonböden, -wände und -decken mit einem trotz der unregelmäßig geformten Flächen homogenen Schalungsbild. Ergänzt wird das Material lediglich durch hölzerne Einbauten aus dunkler Räuchereiche. Die Außenhaut inklusive Dachfläche nimmt mit einer groben, nach dem Betonieren sandgestrahlten Reliefstruktur das poröse Felsgestein des Herkulesbauwerks und der natürlichen Umgebung auf. Diese Struktur entstand durch individuell angefertigte Schalungstafeln, auf die in Handarbeit Brettchen aus sägerauem Nadelholz in verschiedenen Dicken und Formaten aufgebracht wurden.


Hochschule für Fernsehen und Film sowie Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München

Foto: Prof. Dieter Leistner

Architekten: Peter Böhm Architekten, Köln
Bauherrin: Staatliches Bauamt München 2, Oberste Baubehörde München
Fertigstellung: Juni 2011

Jurybegründung: Das Gebäude des Staatlichen Museums für Ägyptische Kunst sowie der Hochschule für Fernsehen und Film bildet einen neuen Stadtbaustein im Kunstareal München, der den von großzügigen Platzräumen geprägten Städtebau im Sinne Leo von Klenzes fortführt und ein ähnlich dimensioniertes, modernes Gegenüber zur Alten Pinakothek bildet.
Neben dieser präzisen städtebaulichen Setzung und Proportionierung des Baukörpers würdigt die Jury in besonderer Weise die herausragend gelungene Verwendung des Baustoffs Beton und seine Inszenierung. Der markante Sockel und eine mächtige Portalwand über dem durch eine flache Stufenrampe abgesenkten Eingangsbereich zum Museum verleihen dem Gebäude eine erhabene Monumentalität. Gleichzeitig geben sie ihm durch die aquarellartig verwaschene Schichtung des in Tagesabschnitten vergossenen Betons, die sich in der samtig rauen Oberfläche abzeichnet, die Maßstäblichkeit zurück.
Im Innern des Museums mit dramaturgisch spannenden Raumfolgen und Übergängen führt die Verbindung von Raumkonfiguration und Materialqualitäten im Zusammenhang mit einer gekonnten Lichtregie zu wunderbaren Atmosphären, die teilweise an alte Tempelanlagen erinnern und einen angemessenen Rahmen für die kostbaren Ausstellungsstücke bilden - besonders hervorzuheben sind hierzu die beiden Skulpturensäle mit ihren mächtigen, eng stehenden Säulenreihen.


Gesonderte Anerkennung

 

 

Versuchs- und Forschungsgebäude „Weinberghaus“, Weinberg bei Wörrstadt

Foto: Sven Paustian

Planung / Bau: Technische Universität Kaiserslautern, Fachbereich Architektur Methodik des Entwerfens und Baukonstruktion 1, Fachbereich Bauingenieurwesen Massivbau und Baukonstruktion; Christoph Perka
Bauherr: Klemens Perka (in Kooperation mit Prof. Bernd Meyerspeer und Prof. Dirk Bayer, Fachbereich Architektur und Prof. Jürgen Schnell und Jun. Prof. Christian Kohlmeyer, Fachbereich Bauingenieurwesen)
Fertigstellung: 2011

Jurybegründung: Das Versuchs- und Forschungsgebäude "Weinberghaus" der Technischen Universität Kaiserslautern entstand in einer Kooperation der Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen zur Erprobung von Entwurfs- und Konstruktionsstrategien mit ultrahochfestem Beton, einem aktuellen Thema der Baustoffforschung. Es basiert auf einem studentischen Entwurf von Christoph Perka, der den traditionellen Typus des 'Weinberghauses' in eine zeitgemäße Form und Konstruktion überträgt. Durch den parallelogrammartig verzogenen Grundriss verschieben sich die Ansichten je nach Standort des Betrachters auf irritierende Weise. Im Mittelpunkt der Betrachtung stand bei dem Projekt von Beginn an die Frage nach der materiellen Fügung von Boden, Wand und Dach. Die charakteristischen Eigenschaften des eingesetzten Hochleistungsbetons - ein hochfester, selbstverdichtender, mikrobewehrter Feinkornbeton-, wie hohe Festigkeit, hohe Dichte und hohe Fließfähigkeit ermöglichten schließlich lediglich 3 cm dicke Fertigteile für Wand und Dach, die ohne sichtbare Konstruktionsdetails gefügt wurden. Dadurch wirkt das Gebäude trotz der Verwendung des eigentlich 'schweren' Baustoffes Beton auf eigentümliche Weise entmaterialisiert.

Das Projekt zeigt in beispielhafter Weise, wie aktuelle Entwicklungen der Betonforschung neue konstruktive und architektonische Möglichkeiten eröffnen. Aufgrund des Forschungszwecks des Projekts entschied sich die Jury zur Vergabe einer gesonderten Anerkennung.

Aus dem Wettbewerbs-Archiv

1975: Hauptverwaltung der Bayerischen Motorenwerke; Prof. Dr. Karl Schwanzer, München
2001: Museum Küppersmühle, Duisburg; Herzog & de Meuron
2008: Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen; KSP Engel und Zimmermann Architekten)
1983: IGA-Brücke in München; Planungsbüro Obermeyer
1987: Textilkaufhaus Leffers, Bonn; Arbeitsgemeinschaft Koerber + Hager/W.von Lom
2005: Literaturmuseum der Moderne, Marbach; David Chipperfield Architects
1999: Staufer Gymnasium, Pfullendorf; Christine Remensperger
1985: Züblin Haus, Stuttgart; Gottfried Böhm

2003: Neubau Kath. Kirche St. Canisius; Büttner Neumann Braun
1999: UFA-Palast, Dresden; Coop Himmelb(l)au
1975: Hauptwerkstatt der Berliner Stadtreinigung; Josef Paul Kleihues,
2005: Wohnwer(f)t im Rheinauhafen, Köln; Oxen + Römer und Partner GbR,
1987: Ortsvermittlungsstelle Kirchheim unter Teck; Peter Haas mit Arno Lederer
1981: Max-Plank-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg; Herbert Dörr
2008: Wohnhaus und Sammlung Boros, Berlin (Realarchitektur: J. Casper, P. Petersson, A. Strickland)

Kontakt

InformationsZentrum Beton GmbH
Steinhof 39
40699 Erkrath
T: 0211 28048-1
erkrath@beton.org

 

Publikationen

betonprisma 103: Kreativität
Beiträge zur Architektur
€ 0,00

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betonprisma 102: Wandel
Beiträge zur Architektur
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betonprisma 101: Anfangen
Beiträge zur Architektur
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betonprisma 100: Hundert
Beiträge zur Architektur
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