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Preisträger 11

Museum für Naturkunde - Neubau des Ostflügels, Berlin (Diener & Diener Architekten, Berlin Basel)
Foto: Christian Richters

Der wiederaufgebaute Ostflügel des Naturkundemuseums nimmt zentrale Objekte der zoologischen Sammlung, Teile des Archivs sowie Arbeitsplätze für die Forschung auf. Diese Anforderungen waren innerhalb des Rahmens der vorhandenen baulichen Fragmente und des existierenden Museumskomplexes zu realisieren. Wie es den Architekten dabei gelingt, Sammlung, Forschung und moderne Museumspädagogik zu ermöglichen und zu verbinden, imponiert. Dabei ergibt gerade die Auseinandersetzung mit dem baulichen Programm des Ostflügels mit dem Wunsch, ein Wunde der Gebäudestruktur zu heilen, das Spannungsfeld, auf dem sich der Entwurf spielerisch entfaltet. Architektonisch ist diese Auseinandersetzung gelungen. Die entstandene Architektur ist streng logisch entwickelt und radikal konstruiert worden. Der besondere Wert besteht darin, dass zugleich eine eigene Art von künstlerischer Poesie erzeugt wird, die auch zukünftigen Generation Freude an der Rezeption und Interpretation machen wird.

Entscheidenden Anteil daran hat die besondere Form, wie die Rekonstruktion der Fassade inszeniert wurde. Für die Ergänzung der fehlenden Fassadenbereiche wurden von den originalen Fassaden Silikonabdrücke angefertigt, die dann ausgegossen wurden und als Betonfertigteile die Fehlstellen ergänzen. Das Gebäude wird in diesem Bereich zum Bühnenbild aus Beton – für seine eigene Geschichte und die umgebende städtische Struktur. Der Beton bewahrt mit seiner Fähigkeit, Bild seiner Herstellung zu sein, die Architekten davor, einen platten Wiederaufbau zu wagen. Ohne falsche Realitäten zu schaffen, wird intelligent die Forderung nach falschen Realitäten umgesetzt. Mit nahezu traumwandlerischer Sicherheit formuliert der Entwurf damit ein Statement, welches bei allen zeitgenössischen architektur- und gesellschaftstheoretischen Diskussionen über Rekonstruktion und Neubau ernst genommen werden sollte.

Begründung der Jury des Architekturpreises Beton 2011

Aus dem Wettbewerbs-Archiv

1977: Fußgängerunterführung "Kühler Krug" in Karlsruhe; M. Walter
1993: Werk der Firma B. Braun, Melsungen; J. Stirling, M. Wilford, mit W. Nägeli
2003: Ausbau der Marienkirche zur Konzerthalle, Neubrandenburg; Pekka Salminen Architects

1995: Verwaltungsgebäude der H. Kirchner GmbH & Co.KG, Bad Hersfeld/Hessen; F.Heide, R. Reitermann

1979: Sportforum II der Christian-Albrechts-Universität, Kiel; von Gerkan - Marg + Partner mit K. Nickels
1991: Postamt 3, Köln; Prof. Joachim Schürmann mit Margot Schürmann

1993: Architektur-Skulptur zum Wohnen und Arbeiten, Breisach; Prof. Thomas Spiegelhalter

2008: Zollverein School of Managment und Design, Essen; SANAA: Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa
1997: Halle für Lager und Verkauf, Eichstätt; Hild & Kaltwasser

1983: Urwaldhaus im Zoo Hannover; Harald Leonhardt, Edgar Schirmer, Siegfried Meyer
2005: Museum der Bildenden Künste, Leipzig; Hufnagel Pütz Rafaelian Architekten

1999: Glacisbrücke, Ingolstadt; Schlaich, Bergermann und Partner GbR

1993: Franziskushaus, Wohn- und Pflegeeinrichtung für Aidskranke, Frankfurt; Prof. Hans Wächter

2001: Aussegnungshalle, München-Riem; Andreas Meck, Stephan Köppel

2008: Stadtbahnstation Rathaus-Süd, Bochum; Pahl + Weber-Pahl Architekten BDA

Publikationen

betonprisma 104: Licht
Beiträge zur Architektur
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betonprisma 103: Kreativität
Beiträge zur Architektur
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betonprisma 102: Wandel
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